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FAQ Zahnimplantate

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Zahnimplantate für Patienten.

Was ist ein Zahnimplantat?

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Wurzel, die in den Knochen eingebracht wird. Darauf wird nach der Einheilung ein prothetischer Zahnerzatz befestigt, um einen oder mehrere Zähne zu ersetzen.

Im Gegensatz zum natürlichen Zahn, der über einen Faserapparat im Knochen verankert ist, besteht beim Implantat eine Verankerung im Kieferknochen über direkte Knochenkontakte («Osseointegration»).

Die heutigen Implantate werden bevorzugt aus Titan hergestellt, da dieses Metall über eine gute Festigkeit und eine ausgezeichnete Biokompatibilität (Verträglichkeit im Körper) verfügt. Implantate sind heute vorwiegend schraubenförmig.

Wie ist der Behandlungsablauf?

Planung

Die Behandlung wird mit einer klinischen Untersuchung, Röntgenbildern und – falls notwendig - weiteren Unterlagen genau geplant. Der chirurgische Eingriff erfolgt auf der Basis dieser Planung.

Das Einbringen eines oder mehrerer Implantate

In der Regel erfolgt der chirurgische Eingriff ambulant unter Lokalanästhesie. Nach der Freilegung des Kieferknochens wird das Implantatbett für das vorgesehene Implantat mit Spezialbohrern präpariert. Das Implantat wird darin präzise eingesetzt.

Je nach klinischer Situation wird die Schleimhaut über dem Implantat vernäht («geschlossene Einheilung») oder am Implantathals adaptiert und vernäht («offene Einheilung»). Der chirurgische Eingriff dauert je nach Anzahl der Implantate zwischen 30 Minuten und 3 Stunden und ist dank der Lokalanästhesie schmerzlos.

Die Beschwerden nach der Operation sind in der Regel gering. Falls Schmerzen auftreten, können diese mit Schmerztabletten gelindert werden. Oftmals ist es notwendig, dass Prothesenträger nach der Operation ihren Zahnersatz für mehrere Tage bis Wochen nicht tragen dürfen.

Prothetische Versorgung von Implantaten

Die prothetische Versorgung der Implantate wird nach Abschluss der Knochenheilung (bis zu 6 Monate) durchgeführt.
Bei einer geschlossenen Einheilung müssen die Implantate nach Abschluss der Knochenheilung durch einen kleinen Eingriff freigelegt werden.

Bei der prothetischen Behandlung sind mehrere Sitzungen für Abdrucknahme, Kronen-, Brücken- oder Prothesenherstellung notwendig.

Gibt es Risiken?

Jeder chirurgische Eingriff ist mit einem gewissen Risiko von Komplikationen verbunden. Mit einer genauen Diagnostik und Planung können diese Risiken eingegrenzt werden. Manchmal kann dazu auch eine allgemein-medizinische Untersuchung notwendig sein.

Die häufigsten Operationsrisiken sind:

  • Blutung
  • Infektion
  • Nervverletzung
  • Gestörte Wundheilung

Falls das Implantat nicht einheilt oder entfernt werden muss, kann bei genügend Knochenangebot nach einer Wartezeit von einigen Wochen bis Monaten ein neues Implantat eingesetzt werden. Gewisse Risikofaktoren können die Lebensdauer von Implantaten beeinträchtigen. Bekannte Risikofaktoren sind Nikotin- und Alkoholmissbrauch, ein reduzierter Allgemeinzustand des Patienten, Knirschen und Pressen und andere.

Implantate bei ungünstigen Verhältnissen?

Implantate können auch bei ungünstigen Knochen- und Schleimhautverhältnissen eingesetzt werden. Dazu sind oft zusätzliche chirurgische Eingriffe vor, während oder nach der eigentlichen Implantation notwendig. Ihr Zahnarzt wird Sie über diese Möglichkeiten informieren.

Welche Pflege braucht ein Implantat?

Wie die natürlichen Zähne brauchen auch Implantate eine regelmässige Kontrolle und Pflege, um Probleme frühzeitig erkennen zu können und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Der Erfolg hängt unter anderem von einer optimalen Zahnhygiene ab, die mit den entsprechenden Hilfsmitteln durchgefürt wird (Zahnbürste, Zahnseide, Interdentalbürstchen etc.)

Sieht ein Implantatzahn wie ein natürlicher Zahn aus?

In günstigen Fällen ist ein ästhetisch sehr schönes Resultat zu erzielen. In anderen Fällen muss aber wegen vorbestehendem Knochen- oder Schleimhautmangel ein Kompromiss eingegangen werden. Um die ästhetischen Probleme zu reduzieren, können Knochen- oder Schleimhauttransplantationen vor, während oder nach der Implantation notwendig werden.

Dies kann das Implantieren schwieriger gestalten und die Behandlungsdauer um Monate verlängern. Eine dadurch bedingte Kostenzunahme ist bei der Behandlungsplanung zu bedenken.

 
SGI-SSIO
Schweizerische Gesellschaft für orale Implantologie